• Mag. Sonja Heppke

Kartoffeln ohne Ende

Seit über zwei Wochen stecken wir nun alle drin – in der Fastenzeit. Hast du dir etwas für diese Zeit vorgenommen oder geht es an dir spurlos vorüber?

Mich berührt die Fastenzeit in zweifacher Hinsicht: einerseits begleitete ich in den letzten zwei Wochen über 30 Frauen beim Basenfasten und andererseits faste ich selber auch mit einer dieser Gruppen mit.

Warum gerade Basenfasten und nicht eine andere Fastenmethode? Weil sich Basenfasten bei den meisten Menschen in den Alltag integrieren lässt und dies auch, wenn man Familienmitglieder bekochen muss, die selber nicht mitmachen.

Gekocht wird viel Gemüse und heute möchte ich mal eines dieser Lebensmittel genauer beleuchten, welches besonders oft auf meinem Teller landete – die Kartoffel.

Die Kartoffel war so gut wie täglich auf meinem Speiseplan der letzten Tage, denn sie macht nicht nur lange satt, sondern liefert auch viele wertvolle Inhaltsstoffe. Oft wird sie fälschlicherweise als „Dickmacher“ bezeichnet, doch das trifft wohl eher auf die Art und Weise der Zubereitung zu.

Bald kommt nun wieder die Zeit, in der man die Kartoffel im eigenen Garten pflanzt, um dann in Herbst eine gute Ernte einfahren zu können. Der Mai gilt als beste Pflanzenzeit und davon zeugen auch alte Bauernregeln wie z.B. „Wenn sich naht Sankt Stanislaus (7.Mai), rollen die Kartoffeln raus.“ Oder „Legst mi im April, kummi, wann i will. Legst mi im Mai, kumm i glei.“

Als die Knollen nach Europa kamen, war man etwas skeptisch gegenüber dem Genuss derer und bewunderte zunächst nur deren Blüten. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts setzte sich die Kartoffel auch in Mitteleuropa als Grundnahrungsmittel durch.

Wie die Tomate und die Aubergine gehört die Kartoffel zu den Nachtschattengewächsen und enthält somit auch den Giftstoff Solanin. Dieser ist in den grünen Pflanzenteilen und den Beeren zu finden.

Menschen, die an Arthritis leider oder auch an verwandten Krankheiten wie Rheumatismus, berichten immer wieder, dass es ihnen schlechter geht, wenn sie Nachtschattengewächse essen. Um herauszufinden, ob diese Gewächse auch bei einem selber eine negative Auswirkung haben, wenn man von diesen Krankheiten betroffen ist, sollte man sich einem Dreimonats-Test unterziehen. Dieser ist allerdings gar nicht so einfach, denn hier muss man dann nicht nur die Etiketten von Lebensmitteln genau lesen, sondern auch jene von Medikamenten. Bei den Medikamenten erkundige dich zur Sicherheit auch bei einem Apotheker, ob das betreffende Medikament eventuell Kartoffelstärke als Füllmittel enthält.

Hast du die drei Monate ohne Nachtschattengewächse überstanden, geht es nun darum, sie langsam wieder einzubauen und dann auf mögliche Symptome zu achten. Vielleicht hat sich der dreimonatige Aufwand gelohnt und du kannst durch das Weglassen der Nachtschattengewächse deine Gesundheit und dein Befinden verbessern. Ein Versuch ist es wert!

Zurück zur Kartoffel. Um Schädlinge beim Anbau fern zu halten, kann man Ringelblumen und Kapuzinerkresse als Nachbarn pflanzen, beides sehr wertvolle Heilpflanzen.

Interessant ist auch der Anbau von verschiedenen Sorten, vielleicht auch von so alten Sorten wie „Blaue Schweden“ oder „Rote Emmalie“. Die Kartoffeln mit dem blauen Fleisch finde ich besonders interessant. Die Anthocyane sind für den Farbstoff verantwortlich und es gibt sie in blau, rot und schwarz. Anthocyane sind für die Pflanzen sehr wertvoll, denn sie schützen sie vor gefährlichen Stoffen, welche die Erbsubstanz schädigen würden. Deswegen sind auch jene Kartoffeln, die besonders blau sind, besonders gesund. Wenn du blaue Kartoffeln am Markt findest, kauf welche und machen dir mal bunte Wedges.

Am Schluss noch ein paar HInweise zur weiteren Anwendung von Kartoffeln aus dem Buch „Die Kräuter in meinem Garten“ von Siegrid Hirsch & Felix Grünberger:

"Die Knollen sind leicht verdauliche Heilnahrung bei Kreislauferkrankungen und Wasseransammlungen im Körper."
"Die Volksmedizin kennt den Kartoffelsaft vor allem bei ständigem Sodbrennen, bei chronischer Übersäuerung oder Gastritis, bei Leberstörung, Gallensteinen und Verstopfung."
"Roher Kartoffelsaft lindert Hautentzündungen. Z.B. ist der mit gleichen Teilen Olivenöl vermischte Saft ein gutes Mittel bei allen Verbrennungen, auch Sonnenbrand und rissiger Haut. Getrocknetes Kartoffelkraut in Fussbädern kann bei Krämpfen in den Beinen Linderung verschaffen."

Bis zum Sonntag wird mich die Kartoffel noch täglich begleiten neben einem Haufen anderer Gemüsesorten und Sprossen. Möchtest du auch mal eine Woche Basenfasten machen? Dann schreib mir!

Ich wünsch dir noch eine gute Fastenzeit und gutes Durchhaltevermögen!

Alles Liebe

Sonja

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