• Mag. Sonja Heppke

Die Erdbeere ist eine Nuss und die Gurke eine Beere

Hab ich dich mit dem Titel verwirrt oder ist das für dich nichts Neues? Also für mich war es was Neues, dass die Erdbeere im botanischen Sinn gar keine Beere ist, sondern eine Nuss, genauer genommen eine Sammelnussfrucht. Die kleinen gelben Punkte, die du auf der Erdbeere siehst, sind kleine Nüsse und die eigentlichen Früchte der Pflanze. Auch die Himbeeren und Brombeeren sind keine Beeren sondern Sammelsteinfrüchte. Bei ihnen entstehen aus zahlreichen Fruchtblättern die aneinander gehafteten Steinfrüchte. Die Gurke und die Tomate hingegen zählen botanisch gesehen zu den Beeren.

Egal ob Beere oder Nuss, ich liebe Erdbeeren und ganz besonders die kleinen zuckersüssen Walderdbeeren, wie ich sie bei meiner letzten Laufrunde gefunden und genascht habe.


Die Erdbeere zählt bei uns in Mitteleuropa als Königin der Beeren-Früchte und sie schmeckt nicht nur gut, sondern hat auch ganz viele wunderbare Eigenschaften. In der Volksheilkunde werden der Erdbeere folgende Heilwirkungen zugesprochen: adstringierend, blutreinigend und harntreibend.

Man kann dabei von der Erdbeere nicht nur die Frucht an sich verwenden, sondern auch ihre Blätter z.B. als Tee. Der Tee aus Blättern der Walderdbeere soll gegen Durchfall helfen.

Im Grunde genommen ist die Erdbeere nicht gross, doch ihre Inhaltsstoffe können sich durchaus sehen lassen, enthält sie doch z.B. mehr Vitamin C als die Zitrone, Folsäure, Mangan, Gerbstoffe, Flavonoide, viele verschiedene Antioxidantien u.v.m.

Menschen, die auf Nüsse allergisch sind, sind leider meist auch auf Erdbeeren allergisch. Dasselbe gilt für Birkenallergiker.


Bei Hildegard von Bingen zählte die Erdbeere neben den Pfirsichen, den Zwetschgen und dem Lauch zu den Küchengiften. So sagte sie über diese: "Erdbeeren führen zu Verschleimung und haben keine Heilkraft in sich. Sie sind weder für Kranke noch Gesunde gut, weil sie dicht und über der Erde und sogar in fauler Luft wachsen."

So sehr ich die Ernährungslehre der Hildegard von Bingen schätze, doch hier kann und will ich ihr nicht folgen. Zu sehr liebe ich Erdbeeren, besonders frisch gepflückt.

Fertig gekaufte Erdbeerprodukte haben allerdings keine echten Erdbeeren mehr drin, sondern nur Aromen, welche aus Sägespänen gemacht werden. Ja, du hast richtig gelesen, Sägespäne. In manchen Produkten sind dann auch die darin enthaltenen Fruchtstücke nicht jene der Früchte, die vorne abgebildet sind, sondern ganz andere, beispielsweise der Cranberrys. Damit diese aber wie Erdbeeren, Kirschen, Pfirsiche oder Orangen schmecken, gibt es "patentierte Verfahren", mit welchen die Cranberrys mithilfe von Aromen "umgeschult" werden, so dass sie nach den anderen Früchten schmecken.

Neben den ganzen künstlichen Aromen und falschen Fruchtstücken haben Fruchtjoghurts noch eine ordentliche Ladung an Zucker in sich. Da verzichte ich liebend gern auf diese Produkte und mach mir mein Erdbeerjoghurt lieber selber mit Naturjoghurt, frischen Erdbeeren und etwas Honig. Und die selbstgemachte Erdbeermarmelade schmeckt wunderbar zum Kaiserschmarren!

Was machst du am Liebsten aus Erdbeeren? Hast du ein gutes Rezept? Wenn ja, dann schreib mir! Ich würde mich freuen, es auszuprobieren!

Ich wünsch dir ein schönes Wochenende und lass dir alle geraden reifen Früchte, Beeren, Nüsse oder was sie auch immer sind schmecken!

Alles Liebe


Sonja


Quellenangaben:

Ulli Goschler - "Hildegards Energie Küche. Erkenne, was dir guttut"; Kneipp Verlag (im Sonnentorgeschäft erhältlich)

Hans-Ulrich Grimm - "Die Suppe lügt. Die schöne neue Welt des Essens"; Knaur Taschenbuch Droemer Verlag

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