• Mag. Sonja Heppke

Grillen mit Köpfchen

Im Sommer wird nicht nur das Essen nach draussen verlagert, sondern meist auch die Küche. Das Grillen gehört zum Sommer dazu wie das Schwimmen im nächst gelegenen Badesee oder Schwimmbad, das erste Eis im Urlaub oder wie der Duft des frisch gemähten Grases.

Wie viele Grillabende hast du schon hinter dir? Und was kam bei dir auf den Grill?

Bei den meisten ist dies wohl Fleisch, verschiedene Würste, Fisch oder Gemüse. Die Möglichkeiten der Beilagen beim Grillen sind unendlich und es lohnt sich, das Knoblauchbrot oder den Tomaten-Mozzarella-Salat mit neuen Rezepten auszutauschen. Wie wäre es z.B. mit einem Tabouleh-Salat mit frischer Pfefferminze oder einem warmen Kichererbsen-Karotten-Salat?


Was beim Grillen definitiv nicht mehr dazu gehören sollte, ist Alufolie und Aluteller. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Aluminium in bedenklicher Menge an die darin eingewickelten oder die darauf zubereiteten Lebensmittel abgegeben werden kann. Die tolerable Grenze wird oft um das Vielfache überschritten. Dabei zu bedenken ist, dass wir auch über andere Produkte wie z.B. Wasser, Kosmetikartikel, Deos u.ä. Aluminium aufnehmen. Die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) geht von einer unbedenklichen wöchentlichen Aufnahme von einem Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht aus. Dies würde dann eine unbedenkliche Tagesmenge von 0,143 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht ausmachen.

In einer Metastudie der EFSA wurde aufgezeigt, dass je nach Wohnort und Ernährung die tägliche Aufnahmemenge von Aluminium deutlich über dieser Grenze liegt – und dies allein durch die Ernährung. Verwenden wir also noch dazu Alufolie, Aluminiumhaltige Deos, Medikamente u.ä. erhöht sich der Aluminiumgehalt in unserem Körper immer mehr.

Hohe Aluminiumdosen haben eine nervenschädigende Wirkung und es besteht die Vermutung, dass es Auswirkungen auf bestimmte Krankheiten hat. So wurde beispielsweise bei Alzheimer-Erkrankten und Brustkrebspatientinnen ein erhöhter Aluminiumanteil im Körper gemessen.

Verwendet man Aluminiumfolie oder Aluteller beim Grillen, kommt meist gesalzenes Fleisch oder ein mit Zitrone beträufelter Fisch drauf. Gerade aber durch den Kontakt von Salz und Säure mit der Alufolie lösen sich so genannte Aluminiumionen aus der Folie und diese können auf die Lebensmittel übergehen. Es kann sogar soweit kommen, dass Löcher entstehen und sich die Folie auflöst.

Was gibt es aber nun für Alternativen? Ich habe es selber noch nicht versucht, aber manche verwenden Bananen-, Kohl-, Mangold-, Rhabarber- oder Weinblätter zum Grillen. Feste Blätter sollte man dabei vorher kurz blanchieren und dann das Grillgut darin einwickeln.

Für Fisch verwende ich gerne ein Grillgitter aus Edelstahl. Es gibt auch verschiedene Grillschalen, welche man für Fleisch verwenden kann.

Spannend klingt das Grillpapier aus Holz, welches dem Grillgut noch einen speziellen Geschmack verleiht. Hier zwei Seiten, wo man dieses Grillholzpapier bestellen kann:

www.american-heritage.de/garten/grillen/grillpapiere.html

www.axtschlag.de/index.php/de/produkte/wooden-papers


Neben den Behältnissen, wo das Grillgut drin ist, lohnt sich auch ein Blick auf das Material, mit dem du grillst. Grillst du eventuell auch gern mit Holzkohle? Bei meinem letzten Grillfest verwendeten wir z.T. Holzkohle, aber bis vor kurzem habe ich mich ehrlich gesagt noch nie darüber informiert, woher diese ursprünglich stammt – leider, aus heutiger Sicht und nach mehreren Recherchen im Internet. Oft stammt die Holzkohle nämlich aus Südamerika und Afrika und wurde durch illegale Rodung produziert. So beispielsweise in Paraguay, wo die tropischen Trockenwälder des Gran Chaco in rasendem Tempo verschwinden und den Ayoreo, einem indigenen Volk, und verschiedenen Tieren wie dem Jaguar, dem Ameisenbär, unzähligen Vogelarten u.ä. den Lebensraum nehmen.

Die britische Umweltorganisation Earthsight hat einen ausführlichen Bericht darüber veröffentlicht und sie verfolgten die Holzkohle bis in europäische Supermarktketten wie Lidl, Aldi oder Carrefour.

Auf der Homepage Utopia wird geraten, sich an verschiedenen Siegeln zu orientieren, damit man nicht in die Regenwald-Holzkohle-Falle tappt. So schreiben sie dazu:

„Eine gute Orientierung bei der Grillkohle-Wahl bieten verschiedene Siegel. Sie zertifizieren Holzkohle und Briketts, die aus nachhaltigerer Forstwirtschaft stammt:
-  FSC-Siegel (empfohlen von NABU und BUND)
-  Naturland-Zertifikat (empfohlen vom BUND)
Eine Naturland-Zertifizierung hat zum Beispiel die Bio Nero Holzkohle native. Auf Holzkohle ohne Siegel solltest du besser verzichten. Zwar werben viele Anbieter mit „kein Tropenholz“, „natürlicher Herkunft“ oder dem Satz „aus bewirtschafteten Forstbeständen“. Doch ohne Siegel bleiben dies alles nur Versprechungen ohne Prüfung und Beleg. Auch die DIN-Norm sagt nichts über die Herkunft der Holzkohle aus, sondern nur zum Schadstoffausstoß.“

Mit diesen zwei kleinen Tipps bzgl. Alufolie und Holzkohle habe ich dir hoffentlich nicht die Lust auf’s Grillen genommen, sondern dich mehr dazu animiert, Neues auszuprobieren wie z.B. das Grillholzpapier und bei manchen Dingen wie der Holzkohle beim Kauf etwas kritischer zu sein.

Grillen ist für mich immer wieder ein Anlass, mit Freunden und der Familie genussvolle Stunden zu verbringen und gemeinsam bei netten und lustigen Gesprächen das Essen zu geniessen. Schöner kann man einen warmen Sommerabend gar nicht ausklingen lassen, oder!?

Viel Spass und Freude also bei deinem nächsten Grillabend!

Alles Liebe


Sonja

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